Image of Society (Musikvideo)
| Image of Society | |
|---|---|
| Musikvideo | |
| Interpret | Potrock |
| Song | Image of Society |
| Veröffentlichung | 29. Juli 2022 |
| Videotyp | Performance-Musikvideo |
| Drehtag | 6. November 2021 |
| Drehort | ehemalige Pulverfabrik Düneberg, Geesthacht |
| Kamera | Fujifilm X-T30 |
| Aufnahme | Full HD (1920 × 1080) |
| Farbprofil | normales Kamerafarbprofil |
| Kamera | Julian Vornfeld |
| Look | Aerochrome-inspiriert |
| Musikvideo | YouTube |
| Behind the Scenes | YouTube |
Image of Society ist ein Musikvideo der Hamburger Rockband Potrock. Es wurde am 6. November 2021 auf dem Gelände der ehemaligen Pulverfabrik Düneberg in Geesthacht gedreht und am 29. Juli 2022 veröffentlicht.
Das Video ist als klassisches Performance-Musikvideo aufgebaut und zeigt Potrock an verschiedenen Stellen des ehemaligen Fabrikgeländes. Gedreht wurde von Julian Vornfeld mit einer damals neuen Fujifilm X-T30.
Innerhalb von Vornfelds Videoarbeiten nimmt Image of Society eine besondere Stellung ein. Es war sein erster bewusster Versuch, ein Musikvideo mit einem stärker cinematischen visuellen Anspruch zu produzieren. Gleichzeitig befand er sich zu diesem Zeitpunkt noch am Anfang seiner Beschäftigung mit Themen wie Log-Aufzeichnung und Color Grading.
Das Material wurde im normalen Farbprofil der Kamera aufgenommen. In der Postproduktion erhielt das Video einen stark verfremdeten, von Kodak Aerochrome inspirierten Look, bei dem insbesondere die Vegetation in kräftige Rot-, Rosa- und Magentatöne verschoben wurde.
Auch wenn das fertige Video Vornfelds damaliger Vorstellung eines cinematischen Musikvideos rückblickend noch nicht vollständig entsprach, stellte die Produktion einen wichtigen Schritt in seinem technischen und gestalterischen Lernprozess dar.
Vorgeschichte
Die Idee, die ehemalige Pulverfabrik Düneberg als Kulisse für ein Musikvideo zu verwenden, entstand bereits deutlich vor dem eigentlichen Videodreh.
Julian Vornfeld erkundete das Gelände erstmals im Juni 2020.
Bereits bei diesem ersten Besuch entstand bei ihm der Gedanke, dass sich die Kombination aus verfallener Industriearchitektur, offenen Flächen und überwucherter Vegetation für ein Musikvideo eignen könnte.
Die Location blieb daraufhin als möglicher Drehort im Gedächtnis.
Mehr als ein Jahr später wurde diese Idee mit Image of Society tatsächlich umgesetzt.
Drehort
Gedreht wurde auf dem Gelände der ehemaligen Pulverfabrik Düneberg in Geesthacht.
Die weitläufige ehemalige Industrieanlage bot unterschiedliche visuelle Hintergründe, darunter:
- Betonruinen,
- verfallene Gebäudestrukturen,
- Graffiti,
- überwachsene Flächen,
- Wald und Vegetation sowie
- offene Bereiche des ehemaligen Fabrikgeländes.
Die Location bildet im fertigen Video nicht lediglich einen neutralen Hintergrund.
Stattdessen wechseln die Performanceaufnahmen zwischen unterschiedlichen Bereichen des Geländes und nutzen die Mischung aus industriellen Überresten und Natur als wesentliches Gestaltungselement.
Drehtag
Der Videodreh fand am:
- 6. November 2021
statt.
Damit entstand Image of Society nur eine Woche vor dem nächsten inszenierten Potrock-Musikvideo:
das am 13. November 2021 gedreht wurde.
Beide Videos entstanden mit der damals neuen Fujifilm X-T30, verfolgten jedoch deutlich unterschiedliche visuelle und technische Konzepte.
Konzept
Image of Society ist im Wesentlichen ein klassisches Performance-Musikvideo.
Eine ausgeprägte narrative Handlung steht nicht im Mittelpunkt.
Stattdessen zeigt das Video die Musiker von Potrock bei der Performance des Songs in unterschiedlichen Bereichen der Pulverfabrik.
Zu den zentralen Gestaltungselementen gehören:
- gemeinsame Bandaufnahmen,
- Einzelaufnahmen der Musiker,
- verschiedene Positionen innerhalb des Fabrikgeländes,
- die verlassene Industriearchitektur und
- die stark verfremdete Farbwelt.
Die visuelle Wirkung entsteht damit vor allem aus der Kombination von Performance, Location und Postproduktion.
Kamera
Für das Musikvideo verwendete Julian Vornfeld eine:
- Fujifilm X-T30
Die Kamera war zu diesem Zeitpunkt neu in seiner Ausrüstung.
Frühere Musikvideoarbeiten waren unter anderem mit einer Nikon D750 entstanden.
Mit der Fujifilm X-T30 begann für Vornfeld eine Phase, in der er sich zunehmend intensiver mit einer stärker filmisch ausgerichteten Bildgestaltung beschäftigte.
Image of Society war das erste Musikvideo dieser Entwicklungsphase.
Aufnahmeformat
Das Video wurde in:
- Full HD / 1920 × 1080 Pixeln
aufgenommen.
Obwohl die Fujifilm X-T30 grundsätzlich auch 4K-Video ermöglicht, wurde bei dieser Produktion bewusst beziehungsweise nach heutiger Erinnerung technisch bedingt in Full HD gearbeitet.
Nach Angaben von Julian Vornfeld wurde beim Dreh ein ähnliches Verfahren eingesetzt wie eine Woche später bei Invisible.
Der Song wurde während der Aufnahme schneller abgespielt. Die Musiker performten entsprechend zur beschleunigten Wiedergabe.
Das anschließend aufgenommene Material wurde in der Postproduktion verlangsamt, sodass die Performance wieder mit der normalen Geschwindigkeit der Studiotonspur übereinstimmte.
Durch dieses Verfahren konnten die Bewegungen der Band einen leicht verlangsamten beziehungsweise ungewöhnlich fließenden Charakter erhalten.
Vornfeld erinnert sich, dass die dafür notwendige höhere Bildrate der Grund dafür war, dass nicht in 4K, sondern in Full HD aufgenommen wurde.
Da diese technische Einzelheit aus der späteren Erinnerung rekonstruiert ist, sollte sie nicht als unabhängig belegte Produktionsangabe verstanden werden.
Farbprofil
Das Material wurde nicht in einem Log-Profil aufgenommen.
Stattdessen verwendete Vornfeld das normale Farbprofil der Fujifilm X-T30.
Zum Zeitpunkt des Drehs hatte er sich noch nicht intensiver mit der Bedeutung von Log-Aufzeichnung für das spätere Color Grading beschäftigt.
Insbesondere war ihm noch nicht vollständig bewusst, welchen zusätzlichen Bearbeitungsspielraum ein flaches beziehungsweise für die Postproduktion optimiertes Aufnahmeprofil bieten kann.
Das bereits stärker verarbeitete Material setzte der späteren Farbgestaltung dadurch Grenzen.
Erster bewusster cinematischer Ansatz
Mit Image of Society verfolgte Julian Vornfeld erstmals ausdrücklich das Ziel, ein Musikvideo mit einem stärker cinematischen Look zu produzieren.
Seine vorherigen Musikvideos waren häufig:
- DIY-orientiert,
- humorvoll,
- bewusst absurd,
- technisch improvisiert oder
- nicht primär auf maximale filmische Bildqualität ausgerichtet.
Bei Image of Society änderte sich dieser Anspruch.
Vornfeld wollte erstmals bewusster ein visuell hochwertiges und filmisch wirkendes Performancevideo produzieren.
Die dafür notwendigen technischen Kenntnisse waren zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht vollständig entwickelt.
Besonders die Themen:
- Log-Aufzeichnung,
- Color Grading,
- geeignete Aufnahmeprofile,
- Zusammenhang von Aufnahme und Postproduktion sowie
- gezielte Vorbereitung eines späteren Looks
waren noch Teil seines Lernprozesses.
Farbgestaltung
Das auffälligste visuelle Merkmal des fertigen Videos ist die stark verfremdete Farbgestaltung.
Insbesondere Vegetation erscheint über weite Teile des Videos in kräftigen:
- Rot-,
- Rosa- und
- Magentatönen.
Andere Bereiche des Bildes werden teilweise stärker in:
- Cyan,
- Grün,
- Blau und
- ungewöhnlich verschobene Zwischenfarben
verändert.
Dadurch entfernt sich das Video deutlich von einer natürlichen Wiedergabe der ehemaligen Fabrikanlage.
Der Farblook wird zu einem der dominierenden Gestaltungselemente des gesamten Videos.
Aerochrome-inspirierter Look
Als visuelle Inspiration diente die charakteristische Bildwirkung von Kodak Aerochrome.
Kodak Aerochrome war ein Infrarot-Filmmaterial, das insbesondere für seine ungewöhnliche Wiedergabe von Vegetation bekannt wurde.
Bei Image of Society wurde nicht tatsächlich mit Aerochrome oder Infrarotfilm gearbeitet.
Der entsprechende Eindruck wurde digital in der Postproduktion erzeugt.
Der Look orientierte sich insbesondere an der charakteristischen Umwandlung natürlicher Grünflächen in intensive Rot- und Magentatöne.
Gründe für die starke Farbverfremdung
Der Aerochrome-inspirierte Look entstand nicht ausschließlich aus einer abstrakten gestalterischen Idee.
Auch die konkreten Bedingungen des aufgenommenen Materials spielten eine Rolle.
Der Dreh fand Anfang November statt.
Die Vegetation des Geländes besaß dadurch nicht mehr dieselbe kräftige natürliche Farbwirkung wie während der Sommermonate.
Hinzu kam, dass das Material im normalen Kamerafarbprofil und nicht in Log aufgenommen worden war.
Der Spielraum für ein umfangreiches klassisches Color Grading war deshalb begrenzter als bei späteren Produktionen.
Die Entscheidung für eine starke Verfremdung bot die Möglichkeit, diese Bedingungen nicht zu verstecken, sondern das Material bewusst in eine ungewöhnliche künstliche Farbwelt zu überführen.
Filmfehler und improvisierte Geräuschreduktion
Da der Dreh in der ehemaligen Pulverfabrik Düneberg mitten in einer weitgehend natürlichen beziehungsweise ruhigen Umgebung stattfand, sollte unnötiger Lärm möglichst vermieden werden.
Um die Becken des Schlagzeugs leiser zu machen, befestigte die Crew deshalb improvisiert Klopapier mit Kreppband an der Unterseite der Becken.
Die Konstruktion funktionierte jedoch nur teilweise. Während des Drehs löste sich das Papier zunehmend, sodass in mehreren Einstellungen lange Klopapierschlangen unter den Becken herunterhingen.
Im fertigen Musikvideo sind diese improvisierten Dämpfungen deshalb teilweise deutlich sichtbar.
Ein weiterer wiederkehrender Filmfehler betrifft die persönlichen Taschen und Gegenstände der Beteiligten.
Diese wurden während des Drehs jeweils so am Rand der Location abgelegt, dass sie nach Möglichkeit nicht im Bild erscheinen sollten. Aufgrund der wechselnden Kameraperspektiven und des weitläufigen Geländes gelang dies jedoch nicht vollständig.
In mehreren Einstellungen sind deshalb Taschen beziehungsweise abgelegte Gegenstände im Hintergrund zu erkennen.
Interessanterweise fielen diese Details Zuschauern nach Angaben von Julian Vornfeld kaum auf. Der visuelle Fokus der jeweiligen Einstellungen lag meist auf der Bandperformance beziehungsweise auf anderen Teilen des Bildes, sodass die eigentlich unerwünschten Gegenstände trotz ihrer Sichtbarkeit kaum wahrgenommen wurden.
Für Vornfeld wurde dies rückblickend auch zu einer praktischen Erfahrung darüber, dass nicht jedes technisch oder produktionell auffällige Detail vom Publikum automatisch als störend wahrgenommen wird.
Postproduktion
Die Postproduktion entwickelte sich zu einem wichtigen Bestandteil des Lernprozesses hinter Image of Society.
Vornfeld hatte vor dem Dreh erstmals bewusst einen stärkeren filmischen Anspruch formuliert, stellte während der Bearbeitung jedoch fest, wie stark die Möglichkeiten des späteren Looks bereits von den Entscheidungen während der Aufnahme beeinflusst werden.
Insbesondere das verwendete normale Farbprofil begrenzte die Möglichkeiten eines umfangreichen Color Gradings.
Statt einer möglichst natürlichen cinematischen Farbkorrektur entstand deshalb eine deutlich stilisiertere Bildwelt.
Der Aerochrome-inspirierte Look wurde so zu einer kreativen Reaktion auf das vorhandene Ausgangsmaterial.
Rückblickende Bewertung
Julian Vornfeld betrachtet Image of Society rückblickend als einen wichtigen, aber noch nicht vollständig erfolgreichen Versuch, seine Musikvideoarbeit in eine cinematischere Richtung weiterzuentwickeln.
Das fertige Video entsprach noch nicht vollständig dem Ergebnis, das er sich vor der Produktion vorgestellt hatte.
Gerade die dabei gemachten Erfahrungen waren jedoch für spätere Produktionen wichtig.
Das Projekt machte deutlich, dass Faktoren wie:
- Aufnahmeprofil,
- Bildrate,
- Auflösung,
- Belichtung und
- Vorbereitung auf die spätere Farbgestaltung
bereits vor beziehungsweise während des Drehs berücksichtigt werden müssen.
Image of Society war damit weniger der Abschluss einer Entwicklung als vielmehr deren Ausgangspunkt.
Image of Society und Invisible
Eine Woche nach Image of Society entstand mit:
ein weiteres Potrock-Musikvideo mit der Fujifilm X-T30.
Die beiden Produktionen entstanden an:
- 6. November 2021 – Image of Society
- 13. November 2021 – Invisible
Trotz der zeitlichen Nähe unterscheiden sich die Konzepte deutlich.
Image of Society ist ein klassisches Performancevideo mit zahlreichen Aufnahmen an unterschiedlichen Positionen einer großflächigen Location und einer stark stilisierten Postproduktion.
Invisible wurde dagegen als vollständig choreografierter One-Taker auf einem etwa 100 Meter langen Weg entlang der Harburger Phoenix-Fabrik gedreht.
Bei beiden Videos spielte nach Vornfelds Erinnerung jedoch die Aufnahme mit erhöhter Bildrate beziehungsweise die spätere Verlangsamung des Materials eine Rolle.
Entwicklung zu Die Weberin
Der nächste besonders wichtige Schritt in Vornfelds technischer Entwicklung war:
von Acid Head.
Das Video wurde am 23. April 2022 gedreht und war erst Vornfelds zweites Musikvideo mit der Fujifilm X-T30 nach Image of Society.
Bis dahin hatte sich seine technische Herangehensweise deutlich verändert.
Bei Die Weberin wurde unter anderem mit:
- 4K,
- 25 fps,
- F-Log,
- Atomos Ninja V,
- DJI Ronin RSC 2 und
- deutlich gezielterem Color Grading
gearbeitet.
Für Vornfeld war Die Weberin rückblickend das erste eigene Musikvideo, bei dem er selbst den Eindruck hatte:
- „Das sieht wirklich cineastisch aus.“
Dadurch lassen sich beide Produktionen als aufeinanderfolgende Schritte derselben Entwicklung verstehen:
- Image of Society
- erster bewusster cinematischer Anspruch
- ↓
- Erfahrungen mit Aufnahmeformat, Farbprofil und Postproduktion
- ↓
- Die Weberin
- erste Produktion, bei der Vornfeld den angestrebten cinematischen Eindruck selbst als erreicht empfand
Weitere Entwicklung
Die bei Image of Society und Die Weberin gesammelten Erfahrungen wirkten sich auf spätere Produktionen aus.
Bei Musikvideos wie:
wurden visuelle Entscheidungen zunehmend bereits vor dem Dreh geplant.
Dazu gehörten unter anderem:
- definierte Farbwelten,
- gezielte Locationwahl,
- dramaturgische Kamerabewegung,
- Lichtgestaltung,
- Preview-Looks am Set und
- umfangreicheres Color Grading.
Damit bildet Image of Society innerhalb des Archivs einen wichtigen Ausgangspunkt dieser Entwicklung.
Behind the Scenes
Neben dem eigentlichen Musikvideo entstand ein eigenes Behind-the-Scenes-Video.
Dieses dokumentiert nicht nur Teile der eigentlichen Videoproduktion, sondern auch den Entstehungsprozess im Proberaum.
Dadurch besitzt das Behind the Scenes innerhalb des Archivs einen zusätzlichen dokumentarischen Wert.
Während das fertige Musikvideo das visuelle Endprodukt zeigt, dokumentiert das Behind the Scenes auch Aspekte der Vorbereitung und Entwicklung des Projekts.
Das Video ist auf YouTube erhalten:
Veröffentlichung
Das fertige Musikvideo wurde am:
- 29. Juli 2022
veröffentlicht.
Zwischen dem Dreh am 6. November 2021 und der Veröffentlichung lagen damit knapp neun Monate.
Das Musikvideo ist auf YouTube archiviert:
Einordnung innerhalb der Potrock-Videos
Image of Society war innerhalb dieser Phase das erste klassisch inszenierte Potrock-Musikvideo von Julian Vornfeld.
Eine Woche später wurde mit Invisible das zweite entsprechend inszenierte Musikvideo gedreht.
Daneben existieren unter anderem die Videos:
Diese verwenden Livebildmaterial in Verbindung mit der Studiotonspur der jeweiligen Single und sind deshalb innerhalb des Archivs eher als Livevideos mit Studiotonspur einzuordnen als als eigenständig inszenierte klassische Musikvideos.
Weblinks
Siehe auch
- Potrock
- Julian Vornfeld
- Pulverfabrik Düneberg
- Invisible (Musikvideo)
- Die Weberin (Musikvideo)
- Flood of Fire (Musikvideo)
- Overdose (Musikvideo)
- Ocean of Doubt
- Lesser Man
Kategorie:Musikvideos
Kategorie:Potrock
Kategorie:Videos von Julian Vornfeld
Kategorie:Musikvideos 2022
Kategorie:In Geesthacht gedrehte Videos