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Overdose (Musikvideo)

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Overdose


Szene aus dem Musikvideo

Allgemeine Informationen
Interpret Vioxis
Song Overdose
Typ Musikvideo
Veröffentlichung 10. Mai 2024
Länge 4:13
Regie / Produktion Julian Vornfeld
Kamera Julian Vornfeld
Schnitt Julian Vornfeld
Color Grading Julian Vornfeld
Drehorte Deich bei Over/Bullenhausen
Schnulze
Drehtage 4. Dezember 2023
20. Dezember 2023
Kamera Nikon Z7 II
Objektiv Nikkor Z 35mm f/1.8 S
Recorder Atomos Ninja V
Aufnahmeformat 4K, 25 fps
Video YouTube

Overdose ist ein Musikvideo der Hamburger Modern-Metal-Band Vioxis zum gleichnamigen Song. Es wurde von Julian Vornfeld gemeinsam mit der Band konzipiert und von Vornfeld gedreht, geschnitten und farblich gestaltet.

Das Video wurde an zwei Tagen im Dezember 2023 gedreht. Die Gesangsaufnahmen mit Nico Schulenburg entstanden am 4. Dezember 2023 an einem verschneiten Deich bei Over/Bullenhausen. Die Handlung in der Harburger Kneipe Schnulze wurde am 20. Dezember 2023 während des regulären Kneipenbetriebs aufgenommen.

Inhaltlich erzählt das Video von Alkohol, Freundschaft, Kontrollverlust und Wiederholung. Es stellt einer kalten, nahezu menschenleeren Winterlandschaft einen zunächst warmen und geselligen Kneipenabend gegenüber, der im Verlauf des Songs zunehmend eskaliert.

Die Kneipenszenen haben darüber hinaus einen persönlichen dokumentarischen Hintergrund. Die Schnulze war ein zentraler Treffpunkt des beteiligten Freundeskreises und ein Ort, an dem ein wesentlicher Teil der gemeinsamen Freundschaften entstanden war. Das Video sollte deshalb nicht nur eine fiktive Handlung erzählen, sondern bewusst einen typischen gemeinsamen Kneipenabend dieser Lebensphase festhalten.

Entstehung

Die Grundidee für Overdose wurde gemeinsam von Vioxis und Julian Vornfeld entwickelt.

Vornfeld brachte dabei die Idee ein, einen Abend in der Schnulze so zu inszenieren, wie ihn die beteiligten Musiker und Freunde über Jahre selbst erlebt hatten.

Die Gäste sollten nicht wie klassische Statisten auftreten, sondern sich möglichst natürlich verhalten:

  • miteinander reden,
  • trinken,
  • lachen,
  • rauchen,
  • anstoßen und
  • die Kamera weitgehend ignorieren.

Auf diese Weise sollte die Kneipenhandlung gleichzeitig inszeniert und authentisch wirken.

Das Musikvideo wurde dadurch neben seiner eigentlichen Geschichte auch zu einer bewussten Erinnerung an einen konkreten Freundeskreis und dessen gemeinsame Zeit in der Schnulze.

Handlung

Das Video besteht aus zwei parallel montierten Ebenen:

  • dem Sänger allein in einer verschneiten Landschaft und
  • einem Protagonisten während eines zunehmend eskalierenden Abends in der Schnulze.

Der Sänger erzählt aus einer Position der Einsamkeit von einer Vergangenheit, in der zunächst Wärme, Freunde und Gemeinschaft vorhanden waren.

Die Kneipenszenen zeigen diese Vergangenheit beziehungsweise eine symbolische Darstellung davon.

Der Protagonist

Die Hauptrolle innerhalb der Kneipenhandlung übernimmt Thomas Madejewski, Sänger der mit Vioxis befreundeten Band Acid Head.

Madejewski verkörpert dabei nicht wörtlich den Sänger von Vioxis in einer klassischen Rückblende.

Stattdessen fungiert er als Stellvertreter für dessen Erfahrung.

Dadurch bleiben Sänger und Protagonist zunächst zwei getrennte Figuren.

Erst das Ende des Videos verbindet beide Ebenen direkt miteinander.

Beginn in der Schnulze

Das Video beginnt damit, dass der Protagonist die Schnulze betritt.

Eine der ersten Handlungen ist das Würfeln an der Bar.

Dabei fällt eine Sechs.

Die Sechs ist kein eigens für das Video erfundenes Motiv, sondern greift eine tatsächlich bestehende Tradition der Schnulze auf.

Die Würfelregel der Schnulze

Bei der damaligen Würfelregel bestimmte die Augenzahl, welches Getränk bestellt beziehungsweise ausgeschenkt wurde.

Würfelzahl Getränk
1–3 kleines Bier
4 0,4 l Bier
5 0,4 l Bier und ein Shot
6 zwei 0,4-l-Biere und ein Shot oder alternativ 1 Liter Bier

Die Regel gehörte über lange Zeit zur Schnulze und wurde bewusst in das Video aufgenommen, um auch diesen Teil der Kneipenkultur zu dokumentieren.

Innerhalb der Handlung wird die gewürfelte Sechs zugleich zum Startpunkt des Abends und später zum zentralen Symbol des Videos.

Der Kneipenabend

Nach der gewürfelten Sechs beginnt zunächst ein geselliger Abend.

Der Protagonist befindet sich unter Freunden, trinkt gemeinsam mit ihnen und wird als Teil der Gruppe gezeigt.

Die Szenen wurden nicht als streng choreografierte Abfolge einzelner Einstellungen realisiert.

Stattdessen wurden viele Situationen so angelegt, dass die Beteiligten miteinander umgehen konnten wie bei einem tatsächlichen gemeinsamen Kneipenabend.

Alle wichtigen Freunde des damaligen Umfelds waren für den Dreh eingeladen worden.

Auch sämtliche Mitglieder von Vioxis waren anwesend.

Tatsächlicher Alkoholkonsum

Für den Dreh wurden Bier und Schnaps nicht durch Requisiten ersetzt.

Die Beteiligten tranken tatsächlich gemeinsam.

Die Anweisung bestand im Wesentlichen darin, sich wie bei früheren gemeinsamen Abenden zu verhalten und die Kamera möglichst zu ignorieren.

Auch Julian Vornfeld selbst trank während des Drehs Bier.

Dadurch entwickelte sich die Atmosphäre im Verlauf des Abends teilweise tatsächlich parallel zur dargestellten zunehmenden Ausgelassenheit.

Kamera als Teilnehmer

Die Kamera sollte in den Kneipenszenen nicht den Eindruck eines distanzierten Filmteams erzeugen.

Vornfeld filmte aus der Hand und bewegte sich zwischen den Beteiligten.

Dabei entstanden zahlreiche Bilder:

  • zwischen anderen Gästen,
  • über Schultern hinweg,
  • durch Gläser und Gegenstände hindurch,
  • unmittelbar am Tisch und
  • direkt neben den handelnden Personen.

Die Kamera funktioniert dadurch teilweise wie ein weiterer Teilnehmer des Abends.

Diese Idee wird in einer Einstellung besonders deutlich:

Hannes Bürger, Thomas Madejewski und Tobias Kohl trinken gemeinsam Schnaps. Vornfeld stößt aus der Ego-Perspektive mit seinem eigenen Glas mit ihnen an.

Die Kamera beobachtet die Szene damit nicht nur, sondern wird für einen Moment selbst Teil der Handlung.

Beteiligung von Redestruction

Alle drei Mitglieder der damaligen Besetzung von Redestruction treten im Musikvideo auf.

Ihre Auftritte wurden nicht als gemeinsame Band-Cameos inszeniert, sondern auf unterschiedliche Szenen verteilt.

Dadurch bleiben sie Teil des Freundeskreises innerhalb des Abends.

Robin de Winter

Robin de Winter gerät mit dem zunehmend betrunkenen Protagonisten in eine Diskussion.

Die Situation eskaliert soweit, dass de Winter den Tisch wütend verlässt und dabei seinen Stuhl umwirft.

Die Szene markiert eine der Stufen, in denen das Verhalten des Protagonisten beginnt, seine sozialen Beziehungen innerhalb der Kneipe zu beschädigen.

Hannes Bürger

Hannes Bürger sitzt unter anderem gemeinsam mit Thomas Madejewski und Tobias Kohl am Tresen.

Dort wird gemeinsam getrunken und Schnaps bestellt.

In dieser Situation entstand auch die Einstellung, in der Vornfeld aus Kameraperspektive mit den Beteiligten anstößt.

Salih Gehrke

Salih Gehrke ist bereits in einer frühen Phase des Abends im Gespräch mit dem Protagonisten zu sehen.

Später steht er an der Toilettentür und unterhält sich dort, während der Protagonist auf die Toilette läuft, um sich zu übergeben.

Anspielung auf einen realen Abend

Das Erbrechen des Protagonisten ist eine bewusste Anspielung auf ein reales Erlebnis aus dem gemeinsamen Freundeskreis.

Ein Freund hatte sich Jahre zuvor bei einem ähnlichen Abend tatsächlich in dieser Weise übergeben.

Ursprünglich hätte diese Person die entsprechende Anspielung selbst übernehmen können, war beim Dreh jedoch nicht verfügbar.

Die Szene wurde deshalb mit dem Protagonisten nachgestellt.

Der Name der betreffenden Person wird im Archiv an dieser Stelle nicht festgehalten.

Weitere Eskalation

Mit zunehmendem Fortschritt des Songs verändert sich das Verhalten des Protagonisten.

Aus dem anfänglich geselligen Abend entwickelt sich schrittweise:

Gemeinschaft → Ausgelassenheit → Rausch → Kontrollverlust → Konflikt → Ausschluss

Die Gesten werden größer, die Gespräche aggressiver und das Verhalten gegenüber den anderen Gästen zunehmend unangenehm.

Später erhält der Protagonist zudem von der Freundin von Nico Schulenburg eine Ohrfeige.

Die Eskalation mündet schließlich in seinem Rauswurf aus der Kneipe.

Der Hut

Julian Vornfeld ist selbst kurz im Video zu sehen.

Bei der Begrüßung des Protagonisten setzt Vornfeld ihm einen Hut auf.

Dieser Hut war ein persönliches Erinnerungsstück und hatte ursprünglich Vornfelds Großvater gehört.

Der Gegenstand begleitet den Protagonisten durch den Abend.

Beim späteren Rauswurf wird ihm der Hut hinterhergeworfen.

Damit erhielt ein privates Familienobjekt eine kleine, nicht unmittelbar erkennbare Rolle innerhalb des Videos.

Der Rauswurf und das Ende

Der Rauswurf des Protagonisten und der anschließende Eintritt von Nico Schulenburg wurden als zusammenhängender One Take gedreht.

Der Protagonist wird aus der Schnulze entfernt.

Unmittelbar darauf betritt Schulenburg selbst die Kneipe.

Er geht zum Würfel und würfelt ebenfalls.

Die Kamera zeigt eindeutig das Ergebnis:

eine Sechs.

An dieser Stelle endet das Video.

Damit wird deutlich, dass die zuvor erzählte Geschichte nicht zwangsläufig abgeschlossen ist.

Der Sänger betritt selbst wieder genau den Ort und beginnt mit genau demselben Ritual, mit dem der Absturz des Protagonisten begonnen hatte.

Das Ende stellt die Geschichte dadurch als Kreislauf dar.

Die Sechs im ersten Take

Für die Schlussszene war es wichtig, dass die tatsächlich gewürfelte Sechs sichtbar im Bild erscheint.

Das Team ging davon aus, dass für den One Take möglicherweise zahlreiche Versuche notwendig sein würden.

Entgegen dieser Erwartung fiel die benötigte Sechs bereits beim ersten Versuch.

Die Szene konnte deshalb unmittelbar verwendet werden.

Die gewürfelte Sechs wurde anschließend entsprechend der realen Schnulzen-Regel tatsächlich in Bier umgesetzt.

Bildwelten

Das Musikvideo arbeitet bewusst mit zwei gegensätzlichen visuellen Welten.

Schnee

Die Schneeszenen sind geprägt durch:

  • Weiß
  • Grau
  • Schwarz
  • eine weitgehend leere Landschaft
  • kahle Bäume
  • große freie Flächen
  • visuelle Distanz

Der schwarz gekleidete Sänger steht dadurch als dunkle Figur in einer beinahe monochromen Umgebung.

Diese Ebene steht für Einsamkeit, Distanz und Reflexion.

Schnulze

Die Kneipenszenen verwenden dagegen überwiegend:

  • warmes Gelb
  • Orange
  • Braun
  • Holz
  • Kerzen
  • Biergläser
  • Lichterketten
  • Menschen
  • enge Bildausschnitte

Die Schnulze wirkt zu Beginn bewusst attraktiv, warm und gemeinschaftlich.

Dadurch entsteht keine einfache Darstellung der Kneipe als grundsätzlich negativem Ort.

Erst im Verlauf der Handlung verändert sich die Bedeutung dieser Wärme.

Deich bei Over/Bullenhausen

Die Gesangsszenen entstanden am 4. Dezember 2023 an einem verschneiten Deich im Bereich Over/Bullenhausen.

Der Ort besitzt einen persönlichen Bezug zu Sänger Nico Schulenburg, da er dort aufgewachsen ist.

Der Schnee bot einen starken Gegensatz zur warmen und dicht bevölkerten Kneipe.

Die Winteraufnahmen wurden deshalb nicht lediglich als neutrale Performancekulisse verwendet, sondern als Gegenwelt zur Schnulze.

Kameraführung im Schnee

Für die Schneeszenen kam ein Gimbal zum Einsatz.

Da Julian Vornfeld während der Gesangsperformance teilweise rückwärts vor dem laufenden Sänger hergehen musste, ermöglichte die Stabilisierung gleichmäßige Kamerabewegungen.

Die kontrollierteren Schneebilder unterscheiden sich dadurch deutlich von den späteren Kneipenaufnahmen.

Handkamera in der Schnulze

Die gesamten Aufnahmen in der Schnulze entstanden dagegen bewusst aus der Hand.

Eine Stabilisierung mittels Gimbal wurde vermieden, da die Bilder ansonsten nach Einschätzung von Vornfeld zu sauber und kontrolliert gewirkt hätten.

Die Handkamera sollte:

  • die Nähe zwischen Kamera und Freunden zeigen,
  • Bewegungen unmittelbar aufnehmen,
  • eine leicht unruhige Atmosphäre erzeugen und
  • mit zunehmendem Alkoholkonsum auch visuell mehr Kontrollverlust vermitteln.

Dadurch entwickelt sich die Kamera parallel zur Handlung.

Ursprünglich geplante VHS-Aufnahme

Die Kneipenszenen sollten ursprünglich mit einer VHS-Kamera aufgenommen werden.

Dabei handelte es sich um dieselbe Kamera, die später unter anderem für den Mitschnitt des Redestruction-Abschiedskonzerts verwendet wurde.

Die Schnulze erwies sich jedoch trotz zusätzlicher Beleuchtung als zu dunkel für die geplante VHS-Aufnahme.

Das ursprüngliche Konzept wurde deshalb kurzfristig verworfen.

Stattdessen wechselte Vornfeld auf das digitale Setup aus:

  • Nikon Z7 II
  • Nikkor Z 35mm f/1.8 S
  • Atomos Ninja V

Die Entscheidung fiel erst unmittelbar im Zusammenhang mit den tatsächlichen Lichtverhältnissen vor Ort.

Beleuchtung der Schnulze

Obwohl die Schnulze im fertigen Video natürlich und vorhandenes Licht dominierend wirkt, wurde der Raum für den Dreh zusätzlich aufgehellt.

Die Kneipe war normalerweise wesentlich dunkler.

Zum Einsatz kamen vier Lampen aus dem Privatbesitz von Julian Vornfeld.

Dabei handelte es sich um ehemalige Whiskyflaschen, die Vornfeld zuvor selbst geleert hatte und die anschließend von seinem Vater zu Tischlampen umgebaut worden waren.

Die Lampen waren ursprünglich insbesondere vorgesehen worden, um die geplante VHS-Aufnahme überhaupt zu ermöglichen.

Nach dem Wechsel auf die Digitalkamera blieben sie als zusätzliche praktische Lichtquellen im Set.

Dadurch erhielt die Beleuchtung des Videos zugleich eine persönliche familiäre Komponente.

Reaktion nach dem Dreh

Nach Abschluss der Dreharbeiten wurden die vier zusätzlichen Lampen wieder abgebaut.

Mehrere anwesende Gäste reagierten überrascht darauf, wie dunkel die Schnulze anschließend wirkte.

Die während der Dreharbeiten erzeugte zusätzliche Helligkeit hatte sich während des Abends so selbstverständlich in die vorhandene Atmosphäre eingefügt, dass der Unterschied erst beim Abbau deutlich auffiel.

Regulärer Kneipenbetrieb

Die Schnulze war für die Aufnahmen nicht geschlossen.

Der Dreh fand am Mittwoch, 20. Dezember 2023 während des regulären Betriebs statt und war mit dem damaligen Wirt abgesprochen.

Da es sich um einen Mittwoch handelte, war die Kneipe vergleichsweise leer.

Dies erwies sich für die Produktion als Vorteil.

Der überwiegende Teil der sichtbaren Gäste bestand aus Freunden der Band und des Produktionsteams.

Dadurch ließ sich der Raum weitgehend kontrollieren, ohne den Charakter eines echten Kneipenabends zu verlieren.

Tim und die alte Schnulze

Auch der damalige Wirt Tim ist im Musikvideo zu sehen.

Sein Auftritt war nicht als klassischer Cameo geplant.

Da er während des regulären Betriebs Bier zapfte, wurde er automatisch Teil der aufgenommenen Szenen.

Rückblickend besitzt dies zusätzlichen dokumentarischen Wert.

Tim führte die Schnulze über viele Jahre. Später wurde die Kneipe von einer anderen Person übernommen und zumindest in Teilen verändert.

Overdose zeigt dadurch nicht nur eine fiktive Geschichte, sondern hält zugleich einen früheren Zustand des Lokals und seines Betriebs fest.

Persönliche und dokumentarische Bedeutung

Für Julian Vornfeld besitzt das Video neben seiner Funktion als Musikvideo einen starken autobiografischen Charakter.

Die Schnulze war einer der Orte, an denen sich der spätere Freundeskreis aus Musikern und weiteren Beteiligten entwickelte.

Viele der im Video gezeigten Personen hatten dort tatsächlich zahlreiche gemeinsame Abende verbracht.

Die Intention bestand deshalb ausdrücklich darin, diese Atmosphäre wenigstens einmal filmisch festzuhalten.

Nach der späteren Übernahme und leichten Veränderung der Kneipe erhielt das Material rückblickend zusätzliche Bedeutung.

Es dokumentiert unter anderem:

  • das damalige Erscheinungsbild der Schnulze,
  • den früheren Wirt,
  • die Würfelregel,
  • den damaligen Freundeskreis,
  • typische gemeinsame Abende,
  • Kleidung und Auftreten der Beteiligten,
  • die Inneneinrichtung und
  • einen Teil der persönlichen Lebensphase der Beteiligten in ihren Zwanzigern.

Das Video kann innerhalb des Archivs deshalb zugleich als fiktionales Musikvideo und als persönliches Zeitdokument betrachtet werden.

Kamera und Technik

Das Video wurde mit einer Nikon Z7 II aufgenommen.

Als Objektiv wurde über den Dreh hinweg ein:

Nikkor Z 35mm f/1.8 S

verwendet.

Die externe Aufzeichnung erfolgte über einen:

Atomos Ninja V.

Aufgenommen wurde in:

  • 4K
  • 25 Bildern pro Sekunde
Bereich Technik
Kamera Nikon Z7 II
Objektiv Nikkor Z 35mm f/1.8 S
externe Aufnahme / Monitoring Atomos Ninja V
Auflösung 4K
Bildrate 25 fps
Stabilisierung Schnee Gimbal
Stabilisierung Schnulze keine; Handkamera
zusätzliche Beleuchtung vier umgebaute Whiskyflaschen-Lampen
Schnitt Adobe Premiere Pro
Color Grading Adobe Premiere Pro

Farbkonzept

Der Gegensatz zwischen kalten und warmen Bildern war bereits vor den Dreharbeiten vorgesehen.

Die Szenen im Schnee sollten:

  • kalt,
  • grau,
  • reduziert und
  • isoliert

wirken.

Die Schnulze sollte dagegen:

  • warm,
  • gelblich,
  • gemütlich,
  • lebendig und
  • körperlich nah

erscheinen.

Dadurch sollte der Zuschauer zunächst nachvollziehen können, warum die Kneipenwelt für den Protagonisten attraktiv ist.

Die visuelle Wärme der Kneipe ist nicht nur ein Symbol für Alkohol, sondern zunächst auch für Freundschaft und Zugehörigkeit.

Erst im Verlauf des Videos kippt diese positive Atmosphäre in Kontrollverlust und soziale Ablehnung.

Schnitt und Color Grading

Der Schnitt und das Color Grading wurden von Julian Vornfeld in Adobe Premiere Pro durchgeführt.

Die Montage verbindet die kontrollierteren Gesangsaufnahmen im Schnee mit den zunehmend unruhigen Kneipenbildern.

Der bereits vor dem Dreh vorgesehene Warm-Kalt-Kontrast wurde im Color Grading verstärkt.

Dabei sollten beide Bildwelten deutlich unterschiedlich wirken, ohne innerhalb ihrer jeweiligen Umgebung künstlich zu erscheinen.

Zunehmende Unruhe

Die Entwicklung der Kneipenhandlung wurde auch über die Kamera bewusst vorbereitet.

Zu Beginn des Abends sind die Bewegungen noch vergleichsweise kontrolliert.

Mit zunehmendem Alkoholkonsum werden:

  • Bildausschnitte enger,
  • Bewegungen stärker,
  • Gesten größer,
  • Personen häufiger angeschnitten,
  • Vordergrundobjekte dominanter und
  • die Kompositionen unruhiger.

Die Handkamera vermittelt dadurch nicht lediglich dokumentarische Authentizität, sondern unterstützt die Eskalation des Protagonisten.

Verbindung zu St. Booze

Während der Produktion von Overdose entstand parallel auch Material für das Redestruction-Musikvideo St. Booze.

Die Verbindung zwischen beiden Videos war bereits während der Dreharbeiten vorgesehen.

Nur einen Tag vor den Kneipenaufnahmen von Overdose, am 19. Dezember 2023, wurden beispielsweise die Greenscreen-Autoszenen für St. Booze aufgenommen.

Die Schnulze wurde später auch innerhalb von St. Booze als Drehort verwendet.

Easter Egg am Ende

Als Nico Schulenburg am Ende von Overdose die Schnulze betritt, ist im Hintergrund dumpf der Redestruction-Song St. Booze zu hören.

Die Musik lief beim eigentlichen Dreh nicht in dieser Form.

Julian Vornfeld fügte sie nachträglich in der Postproduktion ein.

Das Detail dient als verstecktes Easter Egg und schafft eine direkte Verbindung zwischen beiden Musikvideos.

Produktionschronologie

Datum Ereignis
04.12.2023 Dreh der Gesangsaufnahmen mit Nico Schulenburg am verschneiten Deich bei Over/Bullenhausen
19.12.2023 Parallelproduktion: Greenscreen-Autoszenen für St. Booze
20.12.2023 vollständiger Dreh der Kneipenhandlung in der Schnulze
10.05.2024 Veröffentlichung der Single und des Musikvideos Overdose

Veröffentlichung

Die Single Overdose und das dazugehörige Musikvideo wurden am 10. Mai 2024 veröffentlicht.

Der Song war als eigenständige Single konzipiert und nicht als Bestandteil einer EP oder eines Albums vorgesehen.

Das Video hat eine Länge von 4:13 Minuten.

Nach Flood of Fire war es eine weitere größere Musikvideoproduktion von Vioxis und Julian Vornfeld.

Rezeption

Gemessen an den Aufrufzahlen blieb Overdose hinter den Erwartungen von Julian Vornfeld zurück.

Das Video erreichte ungefähr halb so viele Aufrufe wie das zuvor veröffentlichte Flood of Fire.

Für Vornfeld entsprach die Resonanz damit nicht dem Aufwand und den eigenen Erwartungen an die Produktion.

Unabhängig davon besitzt das Video innerhalb seines persönlichen Archivs aufgrund der dokumentierten Personen, der Schnulze und des dargestellten Freundeskreises einen besonderen Stellenwert.

Bedeutung innerhalb der Vioxis-Videos

Während Flood of Fire stärker durch große inszenierte Industriebilder, Performanceaufnahmen und eine stilisierte Handlung geprägt ist, arbeitet Overdose wesentlich stärker mit alltäglichem Verhalten und einer konkreten sozialen Umgebung.

Die Geschichte wird vor allem durch:

  • Blicke,
  • Gespräche,
  • Alkohol,
  • Gesten,
  • Umarmungen,
  • Streit,
  • zunehmende Unruhe und
  • den Ausschluss aus der Gruppe

erzählt.

Dadurch besitzt Overdose einen stärker beobachtenden und erzählerischen Charakter.

Gleichzeitig gehört das Video aufgrund der realen Freundschaften und des realen Drehorts zu den persönlichsten Produktionen innerhalb der Zusammenarbeit zwischen Vioxis und Vornfeld.

Beteiligte Personen und Bands

Zu den im Video auftretenden beziehungsweise beteiligten Personen gehören unter anderem:

Die zahlreichen Cameos entstanden nicht primär als Bandreferenzen, sondern spiegeln den tatsächlichen gemeinsamen Freundeskreis wider.

Siehe auch


Kategorie:Vioxis Kategorie:Musikvideos Kategorie:Musikvideos 2024 Kategorie:Videos von Julian Vornfeld Kategorie:In Hamburg gedrehte Videos Kategorie:Schnulze