Die Weberin (Musikvideo)
| Die Weberin | |
|---|---|
| Allgemeine Informationen | |
| Interpret | Acid Head |
| Song | Die Weberin |
| Typ | Musikvideo |
| Veröffentlichung | 12. August 2022 |
| Kamera | Julian Vornfeld |
| Schnitt | Julian Vornfeld |
| Color Grading | Julian Vornfeld |
| Drehtag | 23. April 2022 |
| Drehort | ehemalige Polizeistation in Billbrook |
| Kamera | Fujifilm X-T30 |
| Objektiv | Fujinon XF 18–55 mm |
| verwendete Brennweite | überwiegend 18 mm |
| Stabilisierung | DJI Ronin RSC 2 |
| Recorder | Atomos Ninja V |
| Aufnahmeformat | 4K, 25 fps |
| Aufnahmeprofil | F-Log |
| Video | YouTube |
Die Weberin ist ein Musikvideo der Hamburger Metalband Acid Head zum gleichnamigen Song. Song und Musikvideo erschienen am 12. August 2022.
Das Video wurde am 23. April 2022 im damaligen Proberaum von Acid Head in einer ehemaligen Polizeistation in Billbrook gedreht.
Das inhaltliche und visuelle Konzept stammte von der Band. Julian Vornfeld war nicht an dessen Entwicklung beteiligt und übernahm bei der Produktion die Kamera. Anschließend verantwortete er außerdem Schnitt und Color Grading.
Die visuelle Gestaltung ist durch einen nahezu vollständig schwarzen Bildraum, starkes Gegenlicht, Nebel, verdeckte beziehungsweise verfremdete Gesichter und überwiegend sehr nahe Einzelaufnahmen der Musiker geprägt.
Obwohl die Dreharbeiten in einem kleinen Proberaum stattfanden, ist dessen tatsächliche Größe im fertigen Video kaum noch wahrnehmbar. Durch Licht, Nebel, enge Bildausschnitte und insbesondere das spätere Color Grading entstand vielmehr der Eindruck eines abstrakten schwarzen Raums beziehungsweise einer deutlich größeren Studioproduktion.
Hintergrund
Die Weberin behandelt psychisch belastende Erfahrungen und greift bildlich unter anderem das Motiv eines schwarzen Tuchs vor den Augen auf.
Dieses Motiv findet sich im Musikvideo besonders deutlich in den Augenbinden und Gesichtsverdeckungen der Musiker wieder.
Da Julian Vornfeld am inhaltlichen Konzept nicht beteiligt war, werden weitergehende symbolische Bedeutungen einzelner Gestaltungselemente im Archiv nur dort festgehalten, wo sie von der Band selbst dokumentiert beziehungsweise erklärt wurden.
Konzept
Das Konzept des Videos wurde von Acid Head entwickelt.
Im Gegensatz zu einem klassischen narrativen Musikvideo erzählt Die Weberin keine durchgehend konkrete Handlung. Stattdessen besteht das Video aus stark stilisierten Performanceaufnahmen und einzelnen inszenierten Szenen mit Sänger Thomas Madejewski.
Der reale Drehort wird dabei bewusst nahezu vollständig unsichtbar gemacht.
Zu den zentralen Gestaltungselementen gehören:
- ein fast vollständig schwarzer Hintergrund,
- Augenbinden,
- starkes Make-up,
- dunkle Kapuzengestalten,
- harte Lichtstrahlen,
- Nebel,
- enge Kameraperspektiven,
- eine Szene mit Sessel, Lampe und Buch sowie
- vereinzelte Bildüberlagerungen im Schnitt.
Drehort
Gedreht wurde in einer ehemaligen Polizeistation in Billbrook.
In dem Gebäude befand sich zu dieser Zeit der Proberaum von Acid Head.
Der Raum war für eine gemeinsame Performance der vollständigen Band vergleichsweise klein.
Eine klassische Einstellung mit allen vier Musikern gleichzeitig hätte sich deshalb nur schwer umsetzen lassen.
Stattdessen wurde dieser räumliche Nachteil zum Grundprinzip des Drehs gemacht: Jedes Mitglied wurde einzeln gefilmt und in einer eigenen Serie von Einstellungen inszeniert.
Besetzung zum Zeitpunkt des Drehs
Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bestand Acid Head aus:
| Musiker | Funktion |
|---|---|
| Thomas Madejewski | Gesang |
| Torben Burmeister | Gitarre |
| Robin de Winter | Bass |
| Tobias Kohl | Schlagzeug |
Alle vier Musiker wurden einzeln aufgenommen und spielten den Song für die Kamera mehrfach.
Einzelperformances
Da eine gemeinsame Bandperformance räumlich kaum möglich war, wurde jeder Musiker separat gefilmt.
Die Bandmitglieder spielten den Song jeweils mehrfach vollständig, sodass verschiedene Perspektiven und Kamerabewegungen zur Verfügung standen.
Dadurch konnten im späteren Schnitt zahlreiche unterschiedliche Einstellungen derselben Performance kombiniert werden.
Der kleine Raum führte zu einer starken Konzentration auf:
- Close-ups,
- Halbnahaufnahmen,
- Instrumentendetails,
- Gesichter,
- Hände,
- tiefe Perspektiven und
- Aufnahmen durch beziehungsweise zwischen Instrumenten.
Ganzkörperaufnahmen spielen im fertigen Video kaum eine Rolle.
Wirkung des kleinen Proberaums
Die räumliche Enge ist im fertigen Video kaum zu erkennen.
Mehrere Faktoren tragen dazu bei:
- der weitgehend schwarze Hintergrund,
- starke Gegenlichter,
- gerichtete Lichtkegel,
- Nebel,
- die nahe Kameraführung und
- das spätere starke Abdunkeln des Hintergrunds.
Dadurch verschwinden Wände und räumliche Grenzen fast vollständig.
Die Musiker erscheinen vielfach so, als würden sie in einem undefinierten schwarzen Raum performen.
Obwohl tatsächlich in einem kleinen Bandproberaum gedreht wurde, wirkt die Produktion dadurch stellenweise wie ein wesentlich größer aufgebautes Studio- oder Bühnenvideo.
Augenbinden und Verdeckungen
Ein wiederkehrendes Gestaltungsmittel des Musikvideos sind verdeckte Augen beziehungsweise Gesichter.
Mehrere Musiker tragen Stoffbinden, die unterschiedlich gestaltet wurden.
Zu sehen sind unter anderem:
- schwarze Flecken auf weißen Augenbinden,
- schwarze X-Markierungen,
- durch Haare verdeckte Gesichter und
- stark geschminkte beziehungsweise verfremdete Gesichtspartien.
Die Verdeckungen greifen das im Zusammenhang mit dem Song verwendete Motiv eines schwarzen Tuchs vor den Augen auf.
Die konkrete Gestaltung wurde von Acid Head selbst entwickelt.
Make-up
Die Bandmitglieder übernahmen ihr Make-up beim Dreh selbst.
Besonders auffällig ist die Gestaltung von Sänger Thomas Madejewski.
Sein Gesicht erscheint teilweise verletzt beziehungsweise zerstört, während Augenpartien und Haut stark kontrastiert wurden.
Auch die anderen Musiker wurden durch Augenbinden, dunkle Flecken oder weitere Verfremdungen visuell verändert.
Für die Produktion war kein externer Maskenbildner beteiligt.
Die Kapuzengestalten
In mehreren Szenen wird Thomas Madejewski von drei großen dunklen Gestalten umgeben.
Bei den Kapuzengestalten handelt es sich um die übrigen Mitglieder von Acid Head.
Durch:
- schwarze Kleidung,
- Kapuzen,
- den vollständig dunklen Hintergrund und
- geringe Beleuchtung
verlieren die drei Musiker in diesen Einstellungen ihre individuelle Identität und erscheinen lediglich als dunkle Silhouetten.
Eine darüber hinausgehende konkrete symbolische Bedeutung wird im Archiv nicht zugeschrieben, da diese nicht durch die Produktionsangaben dokumentiert ist.
Sessel- und Buchszene
Neben den aggressiven Performanceaufnahmen existiert eine deutlich ruhigere Inszenierung mit Thomas Madejewski.
Der Sänger sitzt dabei in einem Sessel vor einem nahezu vollständig schwarzen Hintergrund.
Neben ihm stehen ein kleiner Beistelltisch und eine einzelne Lampe.
Madejewski hält ein geöffnetes Buch vor sich.
Darin befinden sich handschriftliche Texte und Zeichnungen.
Eine im Video lesbare Passage lautet:
- „Hände gespickt mit Narben
- sie weben Tuch für Tuch
- welch Leben welch ein Fluch
- Tücher in blassen Farben“
Auf der gegenüberliegenden Seite ist eine Zeichnung von Händen zu sehen.
Die statische und vergleichsweise ruhige Szene bildet einen deutlichen Gegenpol zu den bewegten Bandperformances.
Requisiten
Die Requisiten wurden von Acid Head selbst organisiert.
Dazu gehörten unter anderem:
- Sessel,
- Beistelltisch,
- Lampe,
- Buch,
- Augenbinden,
- Kostüme und
- weitere Gestaltungselemente.
Der verwendete Sessel war erst kurze Zeit vor dem Dreh über Kleinanzeigen gefunden worden.
Lichtsetup
Die aufwendige Wirkung der Beleuchtung entstand größtenteils mit Technik, die Acid Head ohnehin für ihre Liveauftritte verwendete.
Das eingesetzte Lichtsetup gehörte zum regulären Bühnenrepertoire der Band und wurde für den Videodreh im Proberaum neu positioniert.
Die Lampen wurden vor allem als:
- Gegenlichter,
- Seitenlichter und
- direkte Lichtquellen im Bild
eingesetzt.
Dadurch entstanden die für das Video charakteristischen harten weißen Lichtstrahlen.
Sichtbare Lichtquellen
Mehrere der Lampen sind im fertigen Video bewusst sichtbar.
Anstatt die Beleuchtung außerhalb des Bildes zu verstecken, wurden einzelne Lichtquellen selbst Teil der Bildgestaltung.
Dadurch entstehen:
- starke Überstrahlungen,
- Lichtfächer,
- Silhouetten,
- Lens Flares und
- hohe Kontraste zwischen beleuchteten Körperteilen und vollständig schwarzen Bildbereichen.
Nebelmaschine
Auch die verwendete Nebelmaschine gehörte bereits zur Bühnentechnik von Acid Head.
Der Nebel hatte für das Video eine zentrale Funktion.
Er machte die Lichtstrahlen im dunklen Proberaum sichtbar und erzeugte dadurch zusätzliche räumliche Tiefe.
Ohne den Nebel wären die einzelnen Lichtkegel wesentlich weniger ausgeprägt gewesen.
Gerade in Verbindung mit dem fast vollständig schwarzen Hintergrund sorgt der Nebel dafür, dass die Lichtstrahlen wie eigenständige grafische Elemente im Bild wirken.
Kamera
Für die Dreharbeiten verwendete Julian Vornfeld eine Fujifilm X-T30.
Als Objektiv kam ein:
Fujinon XF 18–55 mm
zum Einsatz.
Aufgrund der räumlichen Enge wurde überwiegend bei 18 mm gefilmt.
Die kurze Brennweite ermöglichte es, die Kamera relativ nah an den Musikern zu positionieren und trotzdem Instrumente und Teile der Lichtgestaltung mit im Bild zu behalten.
DJI Ronin RSC 2
Die Fujifilm X-T30 wurde während des gesamten Drehs auf einem DJI Ronin RSC 2 verwendet.
Vornfeld nutzte bei dieser Produktion durchgehend den Gimbal.
Es kamen keine zusätzlichen:
- Handkamera-Setups,
- Stative,
- Slider oder
- sonstigen Kamerahalterungen
zum Einsatz.
Die Stabilisierung ermöglichte bewegte Nahaufnahmen auch innerhalb des sehr kleinen Proberaums.
Kamerabewegung
Da die Bandmitglieder einzeln aufgenommen wurden, konnte die Kamera sehr nah an die Musiker herangeführt werden.
Vornfeld bewegte sich unter anderem:
- seitlich an den Instrumenten vorbei,
- frontal auf die Musiker zu,
- um Teile des Schlagzeugs herum und
- zwischen Drumhardware und Musiker.
Dadurch entstand eine deutlich dynamischere Bildsprache, als es die tatsächliche Größe des Raums vermuten lässt.
Schlagzeugaufnahmen
Besonders die Aufnahmen von Tobias Kohl nutzen die räumlichen Möglichkeiten des Drumkits selbst.
Die Kamera befindet sich teilweise:
- zwischen den Becken,
- unterhalb der Drumhardware,
- sehr nah vor dem Schlagzeug,
- seitlich neben dem Musiker und
- in erhöhter Perspektive.
Becken, Stative und Trommeln werden dabei teilweise als Vordergrundelemente verwendet.
Dadurch entsteht eine starke räumliche Staffelung, obwohl sich die Kamera weiterhin innerhalb des kleinen Proberaums befindet.
Gitarren- und Bassaufnahmen
Auch Gitarre und Bass wurden häufig aus geringer Entfernung aufgenommen.
Instrumente, Hände und Körperbewegungen nehmen teilweise einen größeren Bildanteil ein als die Gesichter.
Besonders die starke Hintergrundbeleuchtung lässt die Instrumente dabei als helle beziehungsweise reflektierende Formen vor dem Schwarz hervortreten.
Atomos Ninja V
Als externer Monitor und Recorder wurde ein Atomos Ninja V verwendet.
Aufgenommen wurde in:
- 4K,
- 25 Bildern pro Sekunde und
- F-Log.
Der externe Monitor erleichterte insbesondere die Beurteilung der starken Kontraste und der sehr dunklen Bildbereiche.
F-Log
Die Fujifilm X-T30 wurde für das Video in F-Log betrieben.
Dadurch stand bei der späteren Bearbeitung ein vergleichsweise großer Spielraum für das Color Grading zur Verfügung.
Dies war bei Die Weberin besonders relevant, da die endgültige Gestaltung stark von extrem dunklen Schwarzwerten und gleichzeitig sehr hellen Lichtquellen abhängig war.
Schnitt
Der Schnitt wurde von Julian Vornfeld erstellt.
Das Video arbeitet überwiegend mit harten Schnitten.
Auf weiche klassische Übergänge wurde weitgehend verzichtet.
Die direkten Cuts unterstützen die aggressive und rhythmische Wirkung der Performanceaufnahmen.
Bildüberlagerungen
An einigen Stellen weicht der Schnitt von den ansonsten dominierenden harten Cuts ab.
Hier wurden mehrere Performanceaufnahmen übereinandergelegt.
Besonders sichtbar ist dies bei einzelnen Schlagzeugpassagen, in denen verschiedene Bewegungszustände des Musikers gleichzeitig erscheinen.
Der Effekt wurde erst in der Postproduktion erzeugt.
Vornfeld legte mehrere bereits aufgenommene Einstellungen übereinander, wenn dies seiner Einschätzung nach zum jeweiligen musikalischen Abschnitt passte.
Ähnliche Überlagerungen erscheinen an mehreren Stellen des Videos.
Color Grading
Einen besonders großen Anteil an der endgültigen Wirkung des Videos hatte das Color Grading.
Julian Vornfeld investierte vergleichsweise viel Zeit darin, den Hintergrund so weit abzudunkeln, dass er im fertigen Video möglichst vollständig schwarz erscheint.
Obwohl bereits während des Drehs mit einem sehr dunklen Raum, Gegenlicht und Nebel gearbeitet worden war, waren im Rohmaterial teilweise noch:
- Strukturen des Proberaums,
- Wände,
- aufgehellte Flächen und
- räumliche Begrenzungen
erkennbar.
Diese Bereiche wurden in der Nachbearbeitung konsequent weiter abgedunkelt.
Perfektes Schwarz
Das Ziel des Gradings bestand darin, die reale Umgebung möglichst vollständig verschwinden zu lassen.
Dadurch erscheinen die Musiker häufig lediglich als beleuchtete Körper beziehungsweise Instrumente in einem schwarzen Raum ohne erkennbare räumliche Grenzen.
Diese Entscheidung verstärkte besonders:
- die Lichtkegel,
- das Make-up,
- die Augenbinden,
- die Silhouetten und
- die reflektierenden Instrumente.
Der Proberaum selbst verliert dadurch nahezu vollständig seine visuelle Identität.
Dunkler als ursprünglich geplant
Die konsequente Bearbeitung des Hintergrunds führte dazu, dass das gesamte Musikvideo letztlich etwas dunkler wurde, als ursprünglich vorgesehen.
Dies war zunächst keine vollständig geplante stilistische Entscheidung, sondern ergab sich aus dem Versuch, den Hintergrund möglichst perfekt auf Schwarz zu ziehen.
Rückblickend erwies sich gerade diese zusätzliche Dunkelheit jedoch als entscheidend für die Atmosphäre des Videos.
Durch die stärkere Abdunklung:
- verschwinden einzelne Körperteile teilweise im Schwarz,
- werden Gesichter nur fragmentarisch sichtbar,
- treten die weißen Lichtstrahlen stärker hervor,
- wirken die Musiker isolierter und
- erhält der gesamte Bildraum eine bedrohlichere und abstraktere Wirkung.
Die ursprünglich eher technische Entscheidung im Color Grading wurde dadurch zu einem wesentlichen Bestandteil der visuellen Identität von Die Weberin.
Farbgestaltung
Das Video ist nicht vollständig schwarzweiß, besitzt jedoch eine stark reduzierte Farbpalette.
Dominierend sind:
- Schwarz,
- Weiß,
- Grau,
- entsättigte Hauttöne und
- einzelne gedämpfte Rot- beziehungsweise Magentatöne.
Besonders das karierte Hemd von Torben Burmeister sowie blutartige beziehungsweise dunkle Make-up-Flecken bilden einzelne erkennbare Farbakzente.
Durch das starke Abdunkeln der Umgebung wirken diese wenigen Farben umso auffälliger.
Produktionsteam
Der Dreh wurde mit einem sehr kleinen Team durchgeführt.
Am 23. April 2022 waren ausschließlich:
- die Mitglieder von Acid Head und
- Julian Vornfeld
anwesend.
Es gab keine zusätzliche Filmcrew.
Acid Head kümmerte sich selbst um:
- Konzept,
- Requisiten,
- Make-up,
- Kostüme,
- Licht und
- Nebel.
Vornfeld übernahm:
- Kamera,
- anschließend Schnitt und
- Color Grading.
Produktionsweise
Der Drehtag bestand im Wesentlichen aus einer Reihe voneinander getrennter Setups.
Ein typischer Ablauf bestand aus:
- Vorbereitung des jeweiligen Musikers
- Positionierung der vorhandenen Bühnenlichter
- Einsatz der Nebelmaschine
- mehrere vollständige Performances des Songs
- Wechsel der Kamerabewegung beziehungsweise Perspektive
- zusätzliche Detailaufnahmen
- Umbau für das nächste Bandmitglied
Da jeder Musiker den Song mehrfach spielte, entstand ausreichend Material, um im Schnitt zwischen zahlreichen unterschiedlichen Perspektiven wechseln zu können.
Zweites Musikvideo mit der Fujifilm X-T30
Die Weberin war erst das zweite Musikvideo, das Julian Vornfeld mit seiner Fujifilm X-T30 drehte.
Die unmittelbar vorausgehende Produktion war:
Vornfeld empfand bereits das Potrock-Video als visuell gelungen.
Bei Die Weberin entstand jedoch erstmals das Gefühl, mit der neuen Kamera einen deutlich filmischeren beziehungsweise cineastischeren Look erreicht zu haben.
Visueller Entwicklungsschritt
Für Vornfeld markierte Die Weberin rückblickend einen deutlichen Entwicklungsschritt innerhalb seiner Musikvideoproduktionen.
Das Ergebnis profitierte insbesondere von:
- der kontrollierten Lichtsetzung,
- dem schwarzen Hintergrund,
- dem Nebel,
- der Gimbal-Kameraführung,
- den engen Einzelperformances,
- der Aufnahme in F-Log und
- dem intensiven Color Grading.
Obwohl die tatsächliche Produktion räumlich klein und personell minimal war, wirkte das fertige Video für ihn erstmals wie eine deutlich größere und bewusst cinematisch inszenierte Produktion.
Frühere Videos mit der Nikon D750
Bereits vor dem Kauf der Fujifilm X-T30 hatte Julian Vornfeld mehrere Musikvideos gedreht.
Dazu gehörten Produktionen für unter anderem:
- Mute Tales und
- Redestruction.
Diese älteren Videos entstanden überwiegend mit einer Nikon D750.
Viele davon waren bewusst humorvoll beziehungsweise absurd konzipiert.
Der Schwerpunkt lag weniger darauf, einen besonders polierten oder cineastischen Bildstil zu erzeugen.
Die Weberin unterschied sich davon deutlich.
Hier standen:
- Licht,
- Bildkomposition,
- Kamerabewegung,
- Kontrast,
- Atmosphäre und
- Postproduktion
wesentlich stärker im Mittelpunkt.
Bedeutung für Julian Vornfeld
Innerhalb der persönlichen Produktionsgeschichte von Julian Vornfeld nimmt Die Weberin deshalb eine besondere Stellung ein.
Es war weder sein erstes Musikvideo noch seine erste Arbeit mit der Fujifilm X-T30.
Rückblickend empfand er es jedoch als das erste eigene Musikvideo, dessen Bildwirkung für ihn tatsächlich den Eindruck einer cinematischen Musikvideoproduktion erreichte.
Dabei entstand diese Wirkung nicht durch eine große Location oder umfangreiche Filmcrew.
Im Gegenteil:
- der Dreh fand in einem kleinen Proberaum statt,
- es waren nur fünf Personen beteiligt,
- vorhandene Bühnentechnik wurde verwendet und
- jedes Bandmitglied musste separat aufgenommen werden.
Gerade die Kombination dieser Einschränkungen mit Licht, Nebel, Kameraführung und Postproduktion führte schließlich zur charakteristischen Bildsprache.
Rückblickende Einordnung
Ein wesentlicher Teil des fertigen Looks entstand aus Umständen, die zunächst eher Einschränkungen darstellten.
Der kleine Raum verhinderte eine gemeinsame Bandperformance.
Dadurch entstanden stattdessen extreme Nahaufnahmen und individuelle Inszenierungen.
Der reale Proberaum war im Rohmaterial teilweise noch sichtbar.
Durch das intensive Color Grading wurde er später fast vollständig ausgelöscht.
Das Video wurde dadurch zwar dunkler als ursprünglich geplant, erhielt jedoch genau durch diese zusätzliche Dunkelheit einen großen Teil seiner späteren Atmosphäre.
Aus einem kleinen Proberaum in einer ehemaligen Polizeistation entstand so visuell ein weitgehend abstrakter schwarzer Raum aus:
- Musikern,
- Instrumenten,
- Nebel,
- Licht und
- Bewegung.
Veröffentlichung
Der Song Die Weberin und das dazugehörige Musikvideo wurden am 12. August 2022 veröffentlicht.
Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung entstanden mehrere kurze Teaser.
Diese dienten der Bewerbung des Videos und werden innerhalb des Archivs nicht als eigenständige Hauptproduktionen behandelt.
Chronologie
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| vor 23.04.2022 | Entwicklung des visuellen Konzepts durch Acid Head und Organisation der Requisiten |
| 23.04.2022 | vollständiger Videodreh im Acid-Head-Proberaum in der ehemaligen Polizeistation Billbrook |
| nach dem Dreh | Schnitt und intensives Color Grading durch Julian Vornfeld |
| 12.08.2022 | Veröffentlichung von Song und Musikvideo |
Technik
| Bereich | Technik |
|---|---|
| Kamera | Fujifilm X-T30 |
| Objektiv | Fujinon XF 18–55 mm |
| überwiegende Brennweite | 18 mm |
| Stabilisierung | DJI Ronin RSC 2 |
| externe Aufnahme / Monitoring | Atomos Ninja V |
| Auflösung | 4K |
| Bildrate | 25 fps |
| Aufnahmeprofil | F-Log |
| Beleuchtung | vorhandenes Acid-Head-Live-Lichtsetup |
| Atmosphäre | Nebelmaschine von Acid Head |
| Schnitt | Adobe Premiere Pro |
| Color Grading | Adobe Premiere Pro |
Beteiligte
| Person | Funktion bei der Produktion |
|---|---|
| Thomas Madejewski | Gesang, Performance, Bandkonzept |
| Torben Burmeister | Gitarre, Performance, Bandkonzept |
| Robin de Winter | Bass, Performance, Bandkonzept |
| Tobias Kohl | Schlagzeug, Performance, Bandkonzept |
| Julian Vornfeld | Kamera, Schnitt, Color Grading |
Weitere Videos im Produktionskontext
- Image of Society (Potrock-Musikvideo)
- Flood of Fire (Vioxis-Musikvideo)
- Overdose (Vioxis-Musikvideo)
Innerhalb von Vornfelds eigener Produktionsgeschichte steht Die Weberin zwischen den früheren, häufig humorvoller ausgerichteten Musikvideos und den späteren stärker durch geplante Bildwelten und aufwendigere visuelle Konzepte geprägten Produktionen.
Siehe auch
- Acid Head
- Die Weberin
- Thomas Madejewski
- Torben Burmeister
- Robin de Winter
- Tobias Kohl
- Julian Vornfeld
- Ehemalige Polizeistation Billbrook
- Image of Society (Potrock-Musikvideo)
- Flood of Fire (Vioxis-Musikvideo)
Kategorie:Acid Head
Kategorie:Musikvideos
Kategorie:Musikvideos 2022
Kategorie:Videos mit Kameraarbeit von Julian Vornfeld
Kategorie:In Hamburg gedrehte Videos
Kategorie:Billbrook