Again (Musikvideo)
| Again | |
|---|---|
| Live-Musikvideo von Redestruction | |
| Interpret | Redestruction |
| Song | Again |
| Album | The Album |
| Veröffentlichung | 24. August 2021 |
| Typ | Live-Musikvideo |
| Status | Veröffentlicht |
| Ausgangsmaterial | Livestream-Konzerte |
| Locations | Stellwerk Hamburg Drafthouse, St. Pauli |
| Stream | Streampunk Theatre St. Pauli |
| Bildstil | Psychedelisch, kaleidoskopartig |
| Software | VLC Media Player |
| Video | YouTube |
„Again“ ist ein Live-Musikvideo der deutschen Band Redestruction. Es wurde am 24. August 2021 veröffentlicht und entstand aus bereits vorhandenem Konzertmaterial zweier während der COVID-19-Pandemie produzierter Livestream-Konzerte.
Als Ausgangsmaterial dienten ein Konzert aus dem Stellwerk Hamburg sowie ein weiterer Livestream aus dem Drafthouse auf St. Pauli, der unter dem Namen „Streampunk Theatre St. Pauli“ auf YouTube übertragen wurde.
Beide Konzertproduktionen bestanden aus Aufnahmen mehrerer Kameras und lagen bereits als fertig geschnittene Livemitschnitte vor. Für Again wurden diese beiden bestehenden Produktionen miteinander kombiniert und anschließend stark visuell verfremdet.
Charakteristisch für das Video ist eine psychedelische Bildgestaltung mit farbig betonten Konturen, Spiegelungen, Verdoppelungen und kaleidoskopartigen Effekten. Das visuelle Konzept sollte den Eindruck eines LSD-Trips beziehungsweise einer stark veränderten Wahrnehmung erzeugen.
Entstehung
Das Ausgangsmaterial von Again stammt aus zwei verschiedenen Redestruction-Konzerten, die während der COVID-19-Pandemie als Livestream-Produktionen entstanden.
Ein Teil des Materials wurde bei einem Livestream-Konzert im Stellwerk Hamburg aufgenommen. Ein weiterer Teil stammt aus einem Konzert im Drafthouse auf St. Pauli.
Das Drafthouse war eine frühere St.-Pauli-Kneipe. Der dort entstandene Livestream wurde unter dem Namen „Streampunk Theatre St. Pauli“ auf YouTube übertragen.
Beide Konzerte wurden mit mehreren Kameras aufgezeichnet. Die jeweiligen Multicam-Schnitte waren bereits fertiggestellt, bevor mit der Produktion von Again begonnen wurde.
Für das Musikvideo wurden daher nicht die ursprünglichen Einzelkameras neu geschnitten. Stattdessen wurden die bereits fertig geschnittenen Konzertfassungen als neues Ausgangsmaterial verwendet und miteinander kombiniert.
Ursprüngliches Konzept
Ursprünglich war vorgesehen, aus den beiden Konzertaufnahmen ein vergleichsweise klassisches Livevideo zu erstellen.
Der Schwerpunkt sollte zunächst auf der Kombination der beiden unterschiedlichen Auftritte liegen. Durch den Wechsel zwischen den beiden Konzertproduktionen sollte ein zusammenhängender Liveeindruck entstehen, obwohl das Material aus verschiedenen Locations und Produktionen stammte.
Während der Bearbeitung entwickelte sich das visuelle Konzept jedoch in eine deutlich experimentellere Richtung.
Entdeckung des VLC-Effekts
Ein wesentlicher Ausgangspunkt für den späteren Look des Videos war eine zufällige Entdeckung im VLC Media Player.
Während der Bearbeitung wurde im VLC-Menü unter
- Werkzeuge → Effekte und Filter → Videoeffekte → Farben
mit verschiedenen Bildfiltern experimentiert.
Dabei fiel insbesondere eine Kombination von Effekten auf, bei der die Konturen und Kanten im Bild stark hervorgehoben und teilweise farbig dargestellt wurden.
Zu den dabei verwendeten beziehungsweise getesteten Funktionen gehörten:
- Farben umkehren
- Tontrennung
- Verlauf
- Cartoon-Effekt
Die dadurch entstehenden leuchtenden Konturen wirkten besonders interessant in Verbindung mit der farbigen Bühnenbeleuchtung der beiden Konzertaufnahmen.
Die verschiedenfarbigen Scheinwerfer beeinflussten die Konturen der Musiker, Instrumente und Bühnenelemente und erzeugten dadurch ein neonartiges, stark verfremdetes Bild.
Aus diesem zunächst experimentellen Effekt entwickelte sich schließlich das zentrale visuelle Konzept von Again.
Visuelles Konzept
Das Musikvideo sollte nicht mehr lediglich wie eine bearbeitete Konzertaufnahme wirken, sondern zunehmend den Eindruck einer psychedelischen Wahrnehmung erzeugen.
Die Musiker, Instrumente und Bühnen bleiben grundsätzlich erkennbar, werden jedoch durch die Bildbearbeitung deutlich verfremdet.
Die farbig betonten Kanten lassen Gitarren, Mikrofone, Gesichter und Körper teilweise wie leuchtende Linienzeichnungen erscheinen. Dunkle Flächen verschwinden weitgehend, während einzelne Konturen und Lichtquellen besonders stark hervortreten.
Die unterschiedlichen Bühnenfarben der beiden Konzerte wurden dabei bewusst Teil der Gestaltung.
Psychedelische Bildgestaltung
Neben der Konturbearbeitung wurden weitere Effekte eingesetzt, um die ursprünglichen Konzertbilder zunehmend zu abstrahieren.
Dazu gehörten insbesondere:
- Spiegelung des Bildes
- horizontale und vertikale Symmetrien
- Verdopplung einzelner Bildbereiche
- Vervielfachung von Personen und Instrumenten
- kaleidoskopartige Anordnungen
- subtile Bildverformungen
- Veränderung der Bildproportionen
- farbige Konturbetonung
- Umkehrung und Verschiebung von Farben
Durch diese Techniken entstehen teilweise vollständig symmetrische Bilder.
Gitarren können beispielsweise doppelt erscheinen und sich in der Bildmitte spiegeln. Musiker werden mehrfach nebeneinander dargestellt oder zu symmetrischen Figuren vervielfacht.
Auch Mikrofone, Verstärker und Bühnenelemente werden durch die Spiegelungen Teil abstrakter geometrischer Formen.
LSD-Trip als Gestaltungsidee
Die zunehmende Verfremdung sollte bewusst den Eindruck eines LSD-Trips beziehungsweise einer halluzinatorisch veränderten Wahrnehmung vermitteln.
Das Konzertmaterial bildet dabei die reale Ausgangsebene. Mit zunehmender Bearbeitung verliert das Bild jedoch seine normale räumliche Struktur.
Personen erscheinen mehrfach, Körper und Instrumente werden gespiegelt, Konturen beginnen zu leuchten und die ursprüngliche Bühne verwandelt sich zunehmend in ein abstraktes Muster.
Die psychedelischen Effekte sollten dabei nicht vollständig zufällig wirken, sondern rhythmisch mit dem Song und dem vorhandenen Konzertmaterial kombiniert werden.
Ausgangsmaterial
Stellwerk Hamburg
Ein Teil des Videos stammt aus einem während der Corona-Zeit produzierten Livestream-Konzert im Stellwerk Hamburg.
Die Produktion wurde mit mehreren Kameras aufgenommen und bereits während beziehungsweise vor der späteren Verwendung für Again als Multicam-Konzertfassung geschnitten.
Drafthouse / Streampunk Theatre St. Pauli
Das zweite Ausgangsvideo entstand im Drafthouse auf St. Pauli.
Der Auftritt wurde unter dem Namen „Streampunk Theatre St. Pauli“ auf YouTube gestreamt.
Auch diese Produktion wurde mit mehreren Kameras aufgezeichnet und lag bereits als fertig geschnittene Livefassung vor.
Für Again wurden Sequenzen dieses Auftritts mit Material aus dem Stellwerk Hamburg kombiniert.
Schnitt
Die beiden Ausgangsproduktionen verfügten bereits über feste Schnitte.
Die ursprünglichen Multicam-Aufnahmen wurden für Again daher nicht vollständig neu montiert. Stattdessen bestand der neue Schnitt hauptsächlich aus der Auswahl und Kombination von Passagen aus den beiden bestehenden Livemitschnitten.
Die kreative Bearbeitung verlagerte sich dadurch stärker auf die visuelle Nachbearbeitung.
Der Wechsel zwischen beiden Locations wird durch die starke Effektgestaltung teilweise bewusst verschleiert. Statt die verschiedenen Konzerte deutlich voneinander zu trennen, werden sie zu einer gemeinsamen psychedelischen Bildwelt verbunden.
Inspiration
Nach Aussage des Produzenten entstand die Idee für eine derartige visuelle Verfremdung auch aus einer früheren Beobachtung bei dem Livevideo „Black Magic (Live At The Hexagon, Reading)“ der britischen Band The Amazons.
Dort war dem Produzenten erstmals eine vergleichbare Wirkung von stark verfremdetem beziehungsweise ungewöhnlich bearbeitetem Live-Material aufgefallen.
Diese Referenz diente jedoch nicht als technische Vorlage für Again. Der konkrete Look des Redestruction-Videos entwickelte sich vor allem aus dem Experimentieren mit den Effekten des VLC Media Players und dem vorhandenen Konzertmaterial.
Produktionstechnik
| Bereich | Umsetzung |
|---|---|
| Ausgangsmaterial | Zwei bereits geschnittene Multicam-Livestream-Konzerte |
| Konzert 1 | Stellwerk Hamburg |
| Konzert 2 | Drafthouse / Streampunk Theatre St. Pauli |
| Grundschnitt | Kombination der beiden bestehenden Konzertfassungen |
| Effektsoftware | VLC Media Player |
| Farbgestaltung | Kontur- und Farbfilter |
| Bildbearbeitung | Spiegelungen, Verdopplungen und Verformungen |
| Gestaltungsprinzip | Kaleidoskopartige Symmetrien |
| Zielwirkung | Psychedelischer beziehungsweise LSD-Trip-artiger Eindruck |
Verwendete visuelle Effekte
Die Bearbeitung kombinierte verschiedene Methoden, die im Verlauf des Videos unterschiedlich stark eingesetzt werden konnten.
| Effekt | Wirkung |
|---|---|
| Konturbetonung | Hebt Kanten von Musikern, Instrumenten und Bühnenelementen farbig hervor |
| Farbumkehr | Verfremdet die ursprünglichen Farben der Konzertaufnahmen |
| Tontrennung | Reduziert beziehungsweise segmentiert Farbübergänge |
| Verlaufseffekt | Verstärkt Kanten und Übergänge im Bild |
| Cartoon-Effekt | Vereinfacht Flächen und hebt Konturen hervor |
| Spiegelung | Erzeugt symmetrische Bildkompositionen |
| Verdopplung | Lässt Musiker und Instrumente mehrfach im Bild erscheinen |
| Kaleidoskop-Effekt | Verwandelt Konzertbilder in symmetrische abstrakte Formen |
| Bildverformung | Verändert subtil die räumliche Wahrnehmung des Ausgangsmaterials |
Einordnung
Again unterscheidet sich von den stärker narrativ ausgerichteten Redestruction-Musikvideos wie On My Way oder St. Booze.
Das Video besitzt keine eigenständige inszenierte Handlung, sondern verwendet vorhandene Konzertaufnahmen als Rohmaterial für eine experimentelle visuelle Bearbeitung.
Dadurch befindet sich Again zwischen klassischem Livevideo und experimentellem Musikvideo.
Siehe auch
Kategorie:Redestruction
Kategorie:Musikvideos
Kategorie:Live-Musikvideos
Kategorie:Experimentelle Musikvideos